14. Sep 2011

Stimmung

Ich rollte mich zur Seite weg, bis ich mit dem Rücken am Boden lag. Mein Herz hämmerte wild in meinem Brustkorb, das Atmen schmerzte irgendwie und ich merkte, wie meine Kleidung an mir klebte durch den Schweiß. Meine Fingerknöchel waren taub und voller Schmerzen zugleich, aber ich fühlte mich lebendig! Es war unbeschreiblich, ich hatte keine Ahnung, wie lange ich in dieser schwebenden Gleichgültigkeit hing, aber jetzt – nachdem ich rot gesehen hatte, kam sie mir unendlich schwer und zäh vor… und total falsch.

Veröffentlicht durch Nadine J. Posny

14. Sep 2011

Ich beendete das Klavierstück und betrachtete Umeko eingehend. Es brannte mir schon eine Weile in der Seele, aber bisher hatte ich nicht genügend Zeit gehabt darüber nachzudenken.
“Sag mal… hattest du eigentlich nur ein schlechtes Gewissen wegen des Diebstahls und hast dich deswegen mit mir beschäftigt im Klavierladen oder hattest du tatsächlich andere Intentionen?”, meine Wortwahl war mies, was ich erst wirklich registrierte, als ich es ausgesprochen hatte.

Umekos Blick veränderte sich: “Natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen! Aber, wenn es nur das wäre meinst du ich hätte dir dann Klavierstunden gegeben, als du plötzlich im Laden standest? Ich hätte dich einfach ignorieren können…”, sie sah irgendwie beleidigt aus.

Veröffentlicht durch Nadine J. Posny

09. Sep 2011

Stimmung

Ich fiel in Meditation und öffnete mein Herz für das Licht, das mich umgab.

Als ich die Augen wieder öffnete sah ich sie vor mir, ihre Silhouette bildete einen bezaubernden Kontrast zum Himmel. Ihr Haar wehte gemeinsam mit den Blättern im Wind, ihr Kleid umspielte ihre Gestalt sanft wie Wasser die Lotusblüten auf dem Teich eines japanischen Gartens. Ihre mandelförmigen Augen öffneten sich und blickten mich an, wie eine uralte Jägerin, die seit Jahrhunderten darauf gewartet hatte mich endlich zu finden, um mich dann zu erlegen. Doch ihr Gesicht war im Gegensatz dazu makellos jung, ihr lieblicher Geruch umspielte meine Sinne.

Veröffentlicht durch Nadine J. Posny

26. Aug 2011

Meine Finger huschten über die Tastatur, nur eine von vielen eMails. Meinen Finanzen bedurften Pflege, nicht allein des Geldes oder der Arbeit wegen. Ich war schlampig gewesen in letzter Zeit, ich musste mal wieder aufräumen, Rechnungen zahlen, Investitionen überdenken und vergleichen. Der Aktienmarkt schlief nicht. Der Dojo musste entstaubt werden… die Aussicht auf die Aufwertung von Ronjas Haus hatte mich kreativ werden lassen, auch für meinen eigenen Besitz. Wie wäre es mit einem Tag der offenen Tür? Vielleicht sollten wir vor dem Dojo einen kleinen Garten anlegen, damit die Front ansehnlicher wurde? Ich musste unbedingt die Regenrinnen reinigen…

Veröffentlicht durch Nadine J. Posny

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