Marius schluckte schwer, als er die schweren Schritte des Templerbruder verfolgte, die nun schon geschlagene drei Minuten vor ihm auf und ab gingen. Das alles wäre ja nur halb so schlimm gewesen, wenn sie in der gemieteten Wohnung gewesen wären, wo überall Teppich lag. Aber hier in der Krypta unter der Kirche klackten seine, auf Hochglanz pollierten, Lackschuhe unangenehm in der Stille. Das Schweigen des Anderen Templers machte es dem alten Spion nicht einfach ruhig zu bleiben und immer wieder liefen ihm Schweißperlen übers Gesicht, obwohl es hier unten alles Andere als warm war. Sein Gegenüber hatte noch beinahe volles Haar, bräunlich, nur mit einem leichten Grauschimmer. Seine genze Erscheinung und sein Auftreten war Befehlsgewohnt. Dieser Mann war es gewohnt das man tat was er sagte. Er hatte offensichtlich versagt.
10. Mai 2012
Ich stand in vollkommener Schwärze, die langsam meiner veränderten Sicht wich. Die Schicksalsfäden wurden sichtbar und ich betrachtete sie genau. Drei goldene Fäden, zu denen ich mir Anastasia, Rain und die Doktorin vorstellte. Ich schob sie gedanklich etwas auf Abstand, brauchte Platz zum sortieren. Dann war da der kräftige rote Faden, welcher nach Japan ging. Auch nichts unerwartetes. Ich behielt mir Umeko im Hinterkopf und betrachtete nachdenklich die beiden schwarzen Fäden. Einer davon führte zu Jasmin… ich verzog das Gesicht dabei. Ihr Abbild erschien direkt vor mir und ich betrachtete sie eingehend. Sie hatte sich verändert… passte sich immer mehr Ryuo an.
10. Mai 2012
((Leicht verändertes RP-Chatlog))
Jasmin stand in der Küche und schnitt recht umständlich das Gemüse. Ich ging zu ihr, betrachtete ihr tun und fragte schließlich: “Kann ich dir helfen?” Wir mussten endlich darüber sprechen…
Sie blickte mich an, legte das Messer beiseite und antwortete: “Ja…schneid’ das Gemüse zu Ende, bitte.”
Ich nickte und griff zum Messer. Gemüse schneiden konnte ich im Schlaf… naja früher jedenfalls. Aber ich hatte ganz offensichtlich nicht vergessen, wie man das macht. Auch wenn ich in Berlin eigentlich nie selbst gekocht hatte, war die Zeit als Aushilfskraft im ‘Peking Ente’ in Frankfurt nicht in Vergessenheit geraten. Mir fiel jetzt erst auf, dass ich die ganze Zeit versucht hatte, die Erinnerungen aus Frankfurt zu verdrängen – und vielleicht deswegen eine natürliche Abneigung gegen selbst kochen hatte…
05. Mai 2012
Die Tür klackte leise, dann war es still in der Wohnung. Gambit lehnte sich entspannt im Sessel zurück und spielte mit einem Kugelschreiber in der Hand. Seine Augen schlossen sich und seine Gedanken gingen auf Wanderschaft. Rain war nun auch gegangen und Anastasia gefolgt, Jasmin schlief nebenan im Schlafzimmer und er saß hier allein mit seinen Sorgen. Die drei schienen sich eh einmal aussprechen zu müssen, denn offensichtlich hatte Teshi irgendetwas ausgelöst das Rain in ziemliche Rage versetzt hatte. Er selbst konnte dabei gar nichts tun und es war ihm sogar recht, auch wenn es ihn ärgerte das er außen vor war. Der Geist, den er nicht gesehen hatte, hatte ihm das durch diesen Umstand mehr als nur deutlich gemacht. Aber genau das war eigentlich auch gut, er durfte sich in diese Sache mit den Artefakten nicht noch mehr einmischen, denn das war die Aufgabe dieser drei Magi, die doch noch so grün hinter den Ohren waren. Sie steuerten auf jeden Fall in etwas hinein das größer war als alles was sie bisher erlebt hatten. Irgendetwas hatte Jasmin erwischt und diese fähige Maga aus ihrem Element geschlagen. Normalerweise war sie auf dem Vogel, und das wusste er aus eigener Erfahrung, beinahe unmöglich zu treffen und gesehen oder gehört hatte sie de Angreifer sicher auch nicht. Also musste er – oder – es sie gespürt haben. Sinn ergab das aber trotzdem nicht. Der Maskenmann hatte Rain und Jasmin angegriffen. Beides waren Verbena, aber Teshi hatte auch schon Bekanntschaft mit ihm gemacht und der war kein Lebensmagier, sondern ein Verlorener. Der Japaner passte also nicht ins Bild gut, weiter im Text…scheinbar suchte er eine junge Frau, hatte sie aber noch nicht gefunden. Wieso er dann aber Jasmin angriff und Anastasia so einfach in Ruhe lies, ergab auch keinen Sinn. Er handelte vollkommen willkürlich wie es schien, fast so als…als würde er das reine Chaos selbst verkörpern.
Nachdenklich lies er den Kugelschreiber weiter zwischen den Fingern tanzen und dachte über die Zusammenhänge nach. Hatte es vielleicht etwas mit Jasmins Vergangenheit zu tun? Wieso aber dann diese Fixierung auf die Gegenstände…nein das passte Jasmin nicht ins Bild…wie sinnlos darüber zu spekulieren, wenn man keine Anhaltspunkte hatte.
Frustriert stand er auf und steckte den Kuli ein. Gambit öffnete leise die Schlafzimmertür und betrachtete die schlafende Jasmin. Sie sah sehr friedlich aus, ganz im Gegensatz zu der Zeit, als er sie das erste Mal getroffen hatte.





