Beiträge in ‘Gruppe 2 [alt]’

20. Apr 2010

Wolfsblut

Wir schreiben das Jahr 1998, die Jahrtausendwende steht kurz bevor – was jeder für sich selbst anders auffasst. Inmitten der düsteren Alltäglichkeiten befinden sich fünf Vampire, deren Schicksal schon bald an etwas gebunden ist, dass viel Größer sein könnte als ihre eigenen Probleme…

Prolog

“Hast du ihn?”, fragte sie – ihre Stimme wirkte wie ein kichern. Es war ein bösartiges Kichern. Doch es jagte ihm keine Angst ein. Er kannte sie.

“Ich habe ihn gefunden.”, seine Antwort war knapp und für eine Weile hörte er nur das rauschen des Telefons. Diese Telefonzelle hier war einfach schon zu ramponiert. Es war ein Wunder das er von hier telefonieren konnte.

Veröffentlicht durch Thazyria

21. Mrz 2010

Tarot hatte die Hände auf seinen Gehstock gelegt und blickte nach draußen in die Dunkelheit, während neben ihm der Fernseher lief und von weiteren Greueltaten des Sabbats berichtete. Der rote Stern erstrahlte neben dem Vollmond, noch war er kaum zu sehen, aber das würde sich bald ändern.

Sophie trat an ihn heran: “Du hast ihnen angeboten, dass sie hierher kommen können, warum?”

Tarot wandte den Blick nicht von dem Stern ab: “Weil in diesen Nächten ein sicherer Ort selten ist.”

Veröffentlicht durch Thazyria

22. Feb 2010

Stimmung

Raziel stand am Zaun und blickte über den Friedhof. Es waren Wolken aufgezogen und die ersten Regentropfen fielen zu Boden. Wofür durfte sie wieder das Sonnenlicht sehen, wenn an Tagen wie diesen alles grau in grau war? Sie wischte sich eine Träne aus dem Gesicht und steckte ihre zitternden Hände wieder in die Taschen des Mantels. Die drei Narben auf der linken Wange durchstießen ihr hübsches Gesicht, sie standen für etwas, dass sie in all den Jahrhunderten ihrer Existenz nur zu gerne vergaß: Sie war verwundbar und jetzt sogar sterblich. Eine Kugel könnte ihre Existenz in einem Augenblick beenden, ein Schwertstreich sie für immer verkrüppeln. Sie fühlte sich schwach… und voller Leben.

Veröffentlicht durch Thazyria

18. Feb 2010

Schnelle Schritte bewegten Raziel im Lauf vorwärts, das Motorenknattern hinter ihr kam rasch heran. Sie bog in eine Seitenstraße ab und sprang über einen Gartenzaun, huschte durch den Garten und schlängelte sich an einer Hecke vorbei. Sie keuchte und ihr Herz pumpte ihr Blut schnell durch den Körper. Nach einem weiteren Sprung war sie hinter einem Geräteschuppen, an dessen Rückwand sie sich anlehnte, nach Atem ringend beugte sie sich erschöpft vor. Diese Jagd ging schon viel zu lange.

Veröffentlicht durch Thazyria

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© 1998-2012 Nadine Posny